Benedikt Elsbecker begleitet Menschen mit Behinderungen seelsorgerisch

Ein Jahr hat Benedikt Elsbecker Bewährtes fortgesetzt und immer mal wieder Neues ausprobiert: "Doch dann habe ich gemerkt, dass mir mein Wissen nicht reicht." Der Leiter der Tagesstruktur Arbeit und Beschäftigung (TAB) ist für die religiösen Angebote im Schöppinger St. Antonius Haus zuständig.


Eine Aufgabe, die er von seiner Vorgängerin übernommen hat. Trauergottesdienst, Patronatsfest, Erntedank – der Jahreskalender gibt zahlreiche Anlässe und Rituale vor, mit denen der 36-Jährige seit Kindertagen vertraut ist: "Aber mir fehlte der theoretische Hintergrund." Um mehr über Gott und den Glauben zu erfahren, nahm er jetzt an der Fortbildung des Bistums Münster zur seelsorgerischen Begleitung für Menschen mit Behinderungen unter dem Titel "Brücken bauen über Grenzen" teil. Dabei hat er viel für seinen beruflichen Alltag gelernt – aber auch für sich selbst.

Besonders das erste von insgesamt drei Kursmodulen, in dem es um den eigenen Glauben, das eigene Gottesbild und die Seelsorge in der Einrichtung ging, hat Benedikt Elsbecker berührt: "Was wir in unserem Haus hier erleben, findet sich in Bibelstellen wieder", weiß er heute. Diese Parallelen geben nicht nur dem gelernten Heilerziehungspfleger Kraft, auch die TAB-Mitarbeiter, die größtenteils unter psychischen Erkrankungen leiden, lassen sich durch biblische Geschichten ansprechen, sagt Elsbecker: "Man spürt, dass sie etwas mitnehmen, was ihnen hilft, eigene Krisensituationen besser zu bewältigen." Und genau darum geht es dem Leiter der TAB: Er möchte für die Bewohnern da sein, ihnen zuhören. Dafür nimmt er sich Zeit, auch wenn sein Terminkalender es eigentlich nicht erlaubt.

Weil Singen die Seele befreit und der 36-Jährige auch privat die Musik liebt, liegt ihm der Werkstattchor besonders am Herzen. Unterstützung bekommt Elsbecker dabei seit gut einem Jahr von einem pensionierten Musiklehrer, der den Chor ehrenamtlich am Klavier begleitet. Geprobt wird immer freitagmorgens – und das nicht ohne Ziel… Auftritte hat der Chor bei Feiern und in Gottesdiensten. Letztere muss der Heilerziehungspfleger übrigens nicht alleine vorbereiten, es gibt einen Arbeitskreis, der sich kümmert.

Gerne würde Elsbecker, der sich seit einiger Zeit auch stärker in seiner Heimatpfarrei in Coesfeld-Lette ehrenamtlich engagiert, die Kapelle des St.-Antonius-Hauses intensiver nutzen: "Ich möchte für kleinere Gruppen Wortgottesdienste oder kurze Impluse anbieten." Start soll im Herbst sein.

Bei seiner Arbeit hat Benedikt Elsbecker einen kurzen Draht zu Pfarrer Thomas Diedershagen von der örtlichen Pfarrei St. Brictius. Die beiden sprechen sich ab, tauschen sich aus. Seine kirchliche Beauftragung als seelsorgerischer Begleiter hat der Leiter der TAB von Diedershagen erhalten – am Fest des heiligen Antonius, dem Hauspatron.

Hildegard Weiß, im Referat für Menschen mit Behinderungen des Bistums zuständig für die Fortbildung, hat dem Pädagogen gleich zu Beginn der Qualifizierung einen Satz mit auf den Weg gegeben, der für den 36-Jährigen Motivation bleibt: "Alles, was wir in unseren Einrichtungen im Alltag tun, das ist schon Seelsorge."

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